Industrieökonomik (3967) 26-07-17 01:09

Industrieökonomik

Was ist Industrieökonomik? Die Industrieökonomik beschäftigt sich mit dem Verhalten von Unternehmen auf Gütermärkten und dem resultierenden Marktergebnis.  Das Verhalten von Unternehmen ist multidimensional; es schließt ein: unternehmerische Preispolitik, Marketingentscheidungen, Produktpositionierung, Forschung & Entwicklung, und Investitionsentscheidungen. Die Industrieökonomik betrachtet Unternehmen und Märkte sowohl von einer „positiven” wie auch einer „normativen“ Perspektive. So versuchen Industrieökonomen zum Beispiel zu erklären, warum manche Märkte von wenigen großen Unternehmen dominiert werden, während andere durch eine Vielzahl kleiner Unternehmen charakterisiert sind. Industrieökonomen untersuchen aber auch, wie staatliche Eingriffe in der Wettbewerbspolitik oder dem Konsumentenschutz mögliche negative Auswirkungen von Unternehmensverhalten auf die Gesellschaft vermeiden oder zumindest reduzieren können.

Industrieökonomische Forschung.  In Märkten, die von wenigen großen Unternehmen geprägt sind, sind strategische Aspekte der Unternehmenspolitik zentral. Um diese zu analysieren werden in der industrieökonomischen Forschung spieltheoretische Methoden angewandt. Aber auch ökonometrische und statistische Methoden spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

An der Universität Mannheim gibt es eine international angesehene Gruppe industrieökonomischer Forscher, die auch im Mannheim Centre for Competition and Innovation (MaCCI) aktiv sind. Einige Beispiele sollen die industrieökonomische Forschung in Mannheim illustrieren. In dem Artikel "Firm Turnover in Imperfectly Competitive Markets" (Review of Economic Studies, 2006) analysieren Marcus Asplund und Volker Nocke sowohl theoretisch wie auch empirisch den Zusammenhang zwischen Marktgröße und Markteintritt und -austritt von Unternehmen. In dem Artikel "Do Vertical Mergers Facilitate Upstream Collusion?" (American Economic Review, 2007) untersuchen Volker Nocke und Lucy White inwieweit "vertikale" Fusionen (zwischen Unternehmen und ihren Zulieferern) die Kartellbildung wahrscheinlicher machen. In dem Artikel "Dynamic Merger Review" (Journal of Political Economy, 2010) leiten Volker Nocke und Michael Whinston die optimale Fusionspolitik einer Wettbewerbsbehörde in einem dynamischen Modell her.

Industrieökonomik im Mannheimer Bachelorprogramm.  Im Mannheimer Bachelorprogramm gibt es ein reichhaltiges Angebot an Vorlesungen und Seminaren zu industrieökonomischen Themen.